Einführung
Man hat die Homöopathie auf eine Mechanik reduziert: Symptome ankreuzen, Punkte addieren, nachsehen, welcher Name aus der Tabelle fällt. Das ist ein Widersinn. Kein Arzneimittel lebt in einer Zahlenkolonne, und kein Kranker wird geheilt, weil eine Rubrik eine Stimme mehr gezählt hat. Das Organon verlangt nicht zu zählen, sondern zu verstehen: Es sind die seltenen, sonderlichen und charakteristischen Zeichen, die sprechen — niemals die Anhäufung des Gewöhnlichen und des Pathologischen.
Diese Enzyklopädie ist aus einer Weigerung entstanden. Statt des repertorialen Rasters gibt sie jedem Arzneimittel sein Genie, seine Natur, sein lebendiges Bild : fast 1 540 illustrierte Monographien, die schönsten und vollständigsten der Welt, in denen man die Stimmung des Falles und seinen Einstiegspunkt erfasst, noch vor jeder Zählung. Gesucht wird nach dem Sinn, und nicht nach der Koinzidenz von Schlagwörtern; und seine Fallanalyse denkt wie ein Kliniker am Krankenbett, niemals wie eine Tabelle, die einen Namen ausspuckt.
Dort, endlich, lichten sich die schwarzen Wolken der Materia medica, und das Gesamtbild des Arzneimittels drängt sich auf. Das Repertorium bleibt, was es immer hätte sein sollen: ein Werkzeug — eines, und das letzte. Das Denken kehrt an seinen Platz zurück. Dreisprachig — Französisch, Englisch, Deutsch — damit die Quelle allen offensteht.
Und weil eine Materia medica nie erstarrt, bleibt die Enzyklopädie offen : Praktiker der Expert-Stufe können uns neue Arzneimittel einreichen — jede angenommene, von der Redaktion validierte Monographie bereichert das Korpus im Namen ihres Autors. Das Werk wächst mit denen, die es lebendig machen.
„Wenn das Mittel nicht in der Enzyklopädie steht, existiert es wahrscheinlich nicht.“
Videopräsentation
Kleine Geschichte der Enzyklopädie
Text folgt — die Geschichte der Enzyklopädie, von der ersten Monographie bis zum heutigen dreisprachigen Korpus.